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Von Wallfahrten und Pferdeumzügen

Pferde spielen in Oberbayern eine tierische Hauptrolle


„Pferdezucht, -sport und -haltung haben in den letzten Jahren in Bayern weiter an Bedeutung gewonnen“, bestätigt das Staatsministerium für Landwirtschaft Obermeier. Aufgrund der massiven Einführung von Maschinen sei im Jahr 1970 die Talsohle mit 35.000 Tieren erreicht gewesen. Heute registriere man mehr als 85.000, davon über 30 Prozent in Oberbayern: fast 11.000 Zuchtstuten, die für Nachwuchs sorgen. Landwirtschaftliche Helfer, die immer noch zum Holzrücken im Wald eingesetzt werden. Und Reittiere verschiedenster Rassen, weil sich der Pferdesport „zu einer erstaunlichen Vielfalt entwickelt und Eingang in alle Bevölkerungsschichten gefunden“ habe, als „entwicklungsfördernde“ Beschäftigung bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebt sei.

Aus diesem Grund sind die 70 Ponys und Kleinpferde des nördlich vom Ammersee gelegenen Ponyhofs Pflaumdorf täglich im Einsatz: Seit 40 Jahren tragen sie geduldig kleine Reiter, die hier Geburtstag feiern, Schnupperstunden nehmen oder auf Spazierwegen durch die Wiesen geführt werden. „Frische Luft, Natur und der Kontakt zu den Tieren – das mögen unsere Stammkunden“, weiß Inhaberin Tatjana Schattmann. Auch in der „Pferderegion Leitzachtal“ sind Rossnarrische richtig. Von der Gemeinde Fischbachau ins Leben gerufen, bietet sie nicht nur Schlittentouren im Winter sowie Reitgelegenheiten oder Kutschfahrten im Sommer. Sondern auch All-inclusive-Wochenenden für Familien, bei denen Voltigieren, Lagerfeuer und Kräuterwanderungen auf dem Programm stehen. Zusätzlich wird ein „Pferdewegnetz“ erarbeitet, das Reitwanderwege verbindet.


Pferdespaß für jede Altersgruppe
Außergewöhnliche Ideen haben ebenfalls Nicola Förg und Andreas Baar,

Kutschenfahrten sind für Groß und Klein ein Erlebnis
die bei Bad Bayersoien auf Trekking-Touren gehen. Ihr Wunsch: Gästen bei dieser „Naturerfahrung der anderen Art“ zu zeigen, wie man Pferde putzt, füttert oder beim Bergauf und –ab in den Ammergauer Alpen führt. Hautnahes Miterleben eines arbeitsreichen Tages verspricht der Klingerhof in Piding/Berchtesgadener Land. Neben 80 Milchziegen, zwei Hunden und fünf Katzen warten hier 25 Pferde auf Anfänger, die erste Erfahrungen sammeln möchten, und Geübte, die bei Ausritten querfeldein galoppieren wollen. Wer’s gemütlicher mag, steuert Steingaden und Umgebung an. Rund um das Rokoko-Juwel Wieskirche führen je nach Jahreszeit Touren mit Kutschen oder Schlitten. Gezogen werden diese von stämmigen Kaltblütern oder kräftigen Haflingern – beide Stolz vieler Bauern im Alpenvorland. Und in Schwaiganger sorgsam umhegte Prachtstücke. Auf dem nahe Murnau gelegenen Haupt- und Landgestüt werden nämlich neben dem deutschen Warmblut genau diese Rassen gezüchtet und ausgebildet. Rund 350 Tiere tummeln sich in den Ställen und auf den Koppeln des stattlichen Anwesens. Vor allem im Frühjahr, wenn an die 40 Fohlen zur Welt kommen, und im Herbst, wenn die Gestütsschau statt findet, strömen die Pferdefreunde. .