Leise rieselt der Schnee

Steigen Sie ein zu einer Winterfahrt durch ein Oberbayern in Eis und Schnee!

Ein bisschen Phantasie und schon stehen ein Pferdeschlitten und zwei Haflinger bereit. Winterkälte dampft aus ihren Nüstern. Ihre goldgelben Mähnen spielen mit dem Frostwind. Wir haben es gut. Unter dicken Wolldecken eingepackt, die handschuhummantelte Rechte fest um einen Glühweinbecher geklammert, bringt uns das Pferdegespann an Oberbayerns schönste Winterziele. Doch schon machen unsere imaginären Pferde Halt. Kurz vor unserem Hüttenziel genießen wir die Aussicht. Wir haben Glück, neben den Köstlichkeiten aus Küche und Keller, dürfen wir uns über echte, handgemachte Volksmusik freuen.

 

So kalt es draußen sein mag, so gemütlich ist es drinnen, in der holzgetäfelten Stube bei Hans Berger. Während vor den kleinen Fenstern der Schneewind bläst, knistert im Kachelofen das Feuer behaglich und warm. Hier lässt es sich nicht nur gut sitzen und Aufwärmen; es lässt sich auch gut musizieren, das wissen die Musikanten des Hans-Berger-Ensembles nur zu gut. Der Kontrabass surrt dunkel über den Holzboden, Zither und Salzburger Hackbrett lassen die Ahornplatte des großen Tisches vibrieren, die silbrigen Töne von Harfe und Gitarre wetteifern mit dem Knacken der Holzscheite im Stubenofen. Glücklich kann sich schätzen, wer solche Winterabende miterleben darf. Die Musikanten scheinen in solchen Stunden die große Welt zu vergessen, verlieren sich in den alten feinsinnigen Weisen. Viele der Landler und Menuette stammen aus handgeschriebenen Notenbüchern, die so alt sind wie der Bergbauernhof selbst. Stubenmusik ist handgemachte Musik, sie braucht keine elektrischen Verstärker, verzichtet auf Boxen und Mischpulte. Sie ist nicht laut, sie drängt sich nicht auf und sie hat gerade deshalb eine so beruhigende Wirkung. In den vergangenen dreißig Jahren erlebte diese Musikform einen regelrechten Boom. Es gibt kaum einen Ort in Oberbayern, in dem heute nicht in mehreren Häusern mit Hackbrett und Gitarre musiziert wird.

Eile ist hier ein Fremdwort. Neben Stubenmusik sind auch traditionelle Kunsthandwerke, Handarbeiten und Handwerksberufe in Oberbayern so lebendig wie einst. Berchtesgaden ist zum Beispiel bekannt für besonderes Holzspielzeug. Die typischen Holzpuppen oder die kleinen Pferdchen mit einem Pfeiferl als Schwanz, die einen höllischen Lärm machen, lassen das Herz eines jeden Kindes höher schlagen. Daneben fertigen die Berchtesgadener Kunsthandwerker aufwendig gearbeitete Spanschachteln oder Christbaumschmuck: Miniaturen von bäuerlichen Haushaltsgeräten wie Butterfassl oder Salzschaffl, bäuerlichen Arbeitsgeräten für Haus und Hof wie Hackstock oder Hornschlitten und Kinderspielzeug.

Doch lassen Sie uns wieder auf große Winterfahrt gehen. Unser Pferdeschlitten zieht uns zu einer oberbayrischen Seenrunde. Vor der traumhaften Kulisse des Nymphenburger Schlosses im Westen Münchens, vor den Bergen am Staffelsee, im Starnberger Fünf-Seen-Land, eingebettet in hügelige, tiefverschneite Winterlandschaft, im Tegernseer Tal und wenn der Winter lange kalt ist, auch auf dem Chiemsee, drehen wir unsere Pirouetten auf den Kufen unserer Schlittschuhe oder machen erste Geh- und Fahrversuche auf dem spiegelglatten Eis kleiner Weiher und großer Seen. Oberbayern auf Kufen - rasant mit Schlittschuhen über´s Eis fegen. Mutig schnell oder gesellig langsam Rodelbahnen herunterschlittern. Deckenwarm und gemütlich den Pferden vor einem Schlitten den Vortritt lassen. Weil der Winter in Oberbayern skandinavischen Charme und bayerische Herzwärme hat.