Löwenzahnfrühling
Wo der Rams Gesundheit und Küchenchefs beflügelt
Gold auf den Wiesen, Weiß-Blau auf und über den Alpengipfeln – der Löwenzahnfrühling im Tölzer Land ist ein wahrhaft bayerisches Erlebnis: Hier feiert man ab April 2007 mit Köstlichkeiten aus Bärlauch und Löwenzahn die Gaben von Mutter Natur.
Dieser Anblick vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit im Nu: Leuchtend gelbe Löwenzahnwiesen vor schneeweißen Berggipfeln. Und darüber ein strahlend blauer Himmel. Überall sprießt und grünt es. Jahr für Jahr schüttet Mutter Natur ihr Füllhorn aus über dem Tölzer Land und verwandelt es in einen Garten Eden. Sie lässt Kräuter wachsen, wie Bärlauch und Löwenzahn. Diese vertreiben den Winter aus Körper und Geist, machen Lust auf Wandern, Sport und Genuss. Seit dem Jahr 2004 ist das Aufblühen des Landes für die Region Grund zum Feiern des „Löwenzahnfrühlings“, seit 2005 gibt es zusätzlich die „Bad Heilbrunner Ramstage“ mit Hoffesten, Märkten und Kräuterführungen. Und natürlich einer Fülle von kulinarischen Genüssen.
Als Heilkräuter galten Löwenzahn und Bärlauch - auch Waldknoblauch oder Rams genannt – schon immer. Ihre kulinarische Karriere dagegen hat eben erst begonnen. Oder wussten Sie, dass sich die Knospen des Löwenzahns frittieren lassen und dann besonders köstlich munden? Das die zarten Blätter überaus reich sind an Vitamin C und jedem Salat eine besonders pikante Note verleihen? Es ist wie immer im Leben: Medizin verpackt als Leckerei schmeckt am besten.
Eigentlich ist der Löwenzahn ein gutes Mittel gegen Gallenleiden. „Im Frühling täglich drei Stengel gegessen, schon kann man die Gallensteine vergessen“– heißt es zumindest im Volksmund. Medizinisch erwiesen sind seine Qualitäten als harntreibendes, stoffwechsel-, leber- und galleanregendes und mild abführendes Hausmittel. Der weiße Saft ist entgegen landläufiger Meinung nicht giftig. Er soll sogar gegen Warzen helfen, aber das wiederum bestätigt die Wissenschaft (noch) nicht.
Glaubt man den Überlieferungen, dann ist Löwenzahn ein medizinisches Multitalent. Mehr darüber wissen die 20 Kräuterpädagoginnen der Region, die Initiatorinnen des Löwenzahnfrühlings im Tölzer Land. Viele von ihnen sind Bäuerinnen, die Ferienwohnungen und Gästezimmer auf ihren Höfen bereithalten. Ihr Wissen haben sie oft von ihren Müttern und Großmüttern geerbt und im Rahmen einer speziellen Ausbildung auf den medizinisch modernsten Stand gebracht. Sie gehören zu jenen Frauen, die die Geheimnisse ihrer Vorfahren gerne an Interessierte weitergeben. Ihre Angebote sind so individuell wie sie selbst. Mal wandern sie mit ihren Gästen, mal sammeln sie Kräuter mit ihnen, mal verarbeiten sie das Grün zu Sträußen, zu Medizin, zu kulinarischen wie alkoholischen Leckereien.
Eine von ihnen ist Gretl Korntheuer aus Münsing am Starnberger See. Sie serviert ihren Gästen nicht nur Wildkräutersuppen und grüne Vinschgerl. Sie führt sie hinaus zu den Schätzen von Mutter Natur und ins eigene Bienenhaus. Auch Brigitte Bolzmacher aus Münsing-Holzhausen ist Kräuterpädagogin. Nach lehrreichen Führungen hält sie feine Kostproben aus der Wildkräuterküche bereit. Außerdem lädt sie dazu ein, in einer Sauna mit Kräuterdampf und Farblicht am Waldhauserhof zu entspannen. Ähnliches erleben Gäste auf dem Thalerhof in Königsdorf. Hier kocht Maria Waldhauser für sie ein Wildlkräutermenü.
Natürlich lässt sich das alles auch ohne Bauernhof-Urlaub erleben. Die Kräuterpädagoginnen bieten für Jedermann Führungen in Königsdorf, Kochel, Wolfratshausen, Münsing, Holzhausen, in Bad Tölz und in Geretsried an. Und sie veranstalten auf dem Mesnerhof ein Löwenzahn-Hoffest.






